Die Schande vom Alexanderplatz. Polizei überflüssig?

Veröffentlicht von Streusalzalternative am

Der gute alte Alex. 350.000 Besucher täglich flanieren über das Berliner Flaggschiff – im Sommer! Hierbei bietet die große Fläche auch viel Freiraum für Verbrechen aller Art, z.B. wenn Touristen den Berliner Fernsehturm bestaunen. Das hat auch der Senat erkannt und mit einer ausgekochten Vorgehensweise Verbrechern den Kampf angesagt! Aus diesem Grund sieht der Alex im Winter so aus wie im Bild rechts.

Kaum Auswege für Kriminelle

Um Kriminalität den Freiraum zu nehmen, ist eine gewiefte Strategie vom Berliner Senat angeordnet worden. Das Grundprinzip der raffinierten Idee: Überlasse öffentliche Plätze, Gehwege sowie große Teile der Straßen mit einer Zentimeter dicken Schicht aus gefrorenem Wasser (im Fachjargon auch Eis genannt) sich selbst. Eine einfache und vor allem effiziente Politik – Berlin eben!

Mit diesem taktischen Schachzug schlug der Senat mehrere Fliegen mit nur einer Unterlassung – die Enteisung der Trottoirs! Zum einen ist es Kriminellen nun unmöglich die ganze Breite der Fluchtwegoptionen zu nutzen, sofern der Schutzmann ihnen auf den Fersen und dieser nicht gerade mit seinem Smartphone beschäftigt ist. Zum anderen spart Berlin viele Einhunderttausend Euro an Steuergeldern. Und damit nicht genug, denn Berlin fördert mit dieser durchdachten Methode auch noch die Wirtschaft! Der Senat hat natürlich zu Ende geplant und Kosten sowie Ersparnisse fein aufschreiben lassen, wie aus einem geheimen Dokument hervorgeht:

Kosten durch Schäden an Mensch und Tier: Unschätzbar, darum 0,- €

Kosten durch Splittschäden an Fahrzeugen: Unschätzbar, darum 0,- €

Ersparnis durch sporadischen Winterdienst mit Rollsplitt: Viiiel!

Die Kosten für die Beseitigung und Entsorgung von Rollsplitt, dem Auspumpen der Kanalisation mit Spezialmaschinen und den Personalaufwand wurden geschickt weggelassen, um neben anderen Bundesländern besser dazustehen. Ich bin immer wieder positiv überrascht, welch tolle Leistungen wir für die paar Milliarden an Steuergeldern erhalten, die der Verein jährlich verdampft.

Dass Streusalz für die Erde doof ist, hat aber auch die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erkannt und folgenden Artikel verfassen lassen: stadtentwicklung.berlin. Auf unsere Frage darauf, ob wir uns noch in der Steinzeit befinden, oder warum nur Steine als Streusalzalternative empfohlen werden, kam sogar eine lange Antwort: Eine E-Mail bestehend aus Sätzen, die leider keinem helfen, außer der Verfasserin, die damit sicherlich 30 Minuten ihres ebenfalls inhaltlosen Verwaltungsalltages rumgekriegt hat. Wir gehen an dieser Stelle nicht weiter auf den faden Inhalt der besagten Mail ein, da Sie sonst gelangweilt, genervt und wahrscheinlich gereizt zu YouTube wechseln und „schlage Einen vom Amt“ eintippen, um sich temporäre Genugtuung zu verschaffen…

Loben möchte ich an dieser Stelle die Stadt Iserlohn, die mit gutem Beispiel vorangeht und das Öko-Streu in diesem Winter testet! Nordrhein-Westfalen ist und bleibt eben immer noch das fortschrittlichste Bundesland!

Für Leser aus Sachsen oder Bayern, welche die Ironie nicht ganz verstanden haben, gibt es folgende Zusammenfassung:

Wenn man im Gegensatz zu Berlins Behörden bis zu Ende rechnet, kommt man durch die Verwendung von Rollsplitt schnell auf fette Mehrausgaben von unschätzbarem Wert. Daran kann allerdings nichts geändert werden, weil es nun mal so ist und Deutschland durch die geplante Energiewende ja schon genug für die Umwelt tun will…

Unser Öko-Streu aus Formiaten spielt in dieser Geschichte unglücklicherweise das Schaf im Wolfspelz. Da es nicht mit dem wertvollen Siegel „Der Blaue Engel“ ausgezeichnet ist, hat es Schwierigkeiten in der Gesellschaft. Das Siegel kriegt nämlich nur salzfreies Streugut. Da es sich bei Formiaten um die Salze der Ameisensäure (Natrium- beziehungsweise Kaliumformiat) handelt, darf das Öko-Streu nicht in den Club der rückständigen Alternativen wie Rollsplitt, Sand, Asche, Kot und womit der Senat noch so alles um sich herumwirft. Öko-Streu hat somit schlechte Karten und muss draußen bleiben (nur auf die Straße darf es nicht). Abgesehen davon, dass es sich technisch gesehen tatsächlich um ein Salz handelt, hat es keine der negativen Eigenschaften von Natriumchlorid (Streusalz) oder Calciumchlorid, den billigen Favoriten für viele Salzstreuer.     

Warum der Blaue Engel so toll ist oder mit welchen klasse Ideen man noch alles Geld machen kann, erfährt man direkt auf der Website „Der Blaue Engel„. .

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Quellen:

http://www.umweltbundesamt.de/themen/winterfreuden-ohne-streusalz

http://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/wie-sind-alternative-streumittel-aus-umweltsicht-zu

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