Ökologisch genug?

Veröffentlicht von Streusalzalternative am

In vielen deutschen Kommunen ist der Einsatz von Streusalz im Winterdienst nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, so zum Beispiel in Dresden[1]. Manche Kommunen, wie Berlin[2], verbieten den Gebrauch für Grundstücksbesitzer sogar komplett. Das hat seinen Grund: Streusalz bringt die Eis- und Schneeschicht zwar zum Tauen, verursacht nebenbei aber einige Probleme. So führt es zu einer Versalzung von Boden und Grundwasser, schädigt Pflanzen, verletzt Tierpfoten und im Endeffekt gelangt das Salz auch über die Kanalisation in Bäche und Flüsse. Das sind die direkten ökologischen Schäden. Dazu kommen noch Beschädigungen an Gebäuden und Fahrzeugen. Eine Behebung verlangt einen hohen Energie- und Ressourcenaufwand. Wie geht man also vor, wenn man für die Räumung eines verschneiten Gehwegs verantwortlich ist und Streusalz – ganz zu Recht – verboten ist?

Die kommunalen Verordnungen verweisen auf abstumpfende Mittel wie Sand, Splitt oder Granulat.[3] Solche werden im Winterdienst eingesetzt, um die Rutschgefahr zu vermindern. Im Vergleich zu Salz sorgen sie nicht für das Auftauen von Eis und Schnee, sondern für mehr Haftung. Viele dieser Produkte tragen das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“, weil sie eben salzfrei sind. Das ist allerdings der einzige Grund … „Der blaue Engel“ überprüft lediglich bestimmte Teilaspekte von Produkten auf ihre Umweltverträglichkeit. Was dabei rauskommt, sind Produkte, die zwar im Vergleich zu anderen der gleichen Sparte umweltschonender sind, deswegen jedoch nicht unbedingt umweltfreundlich! Das bedeutet für den Winterdienst, dass Rollsplitt mit dem Zertifikat „Der Blaue Engel“ zwar keine Schäden durch Salz verursacht, andere Aspekte aber gar nicht betrachtet werden: Die Herstellung solcher abstumpfender Mittel benötigt zum Teil einen hohen Energieaufwand. Und nicht immer werden Produkte verwendet, die in der Nähe des Einsatzortes hergestellt oder abgebaut werden. Des Weiteren ist die Ergiebigkeit nicht sonderlich hoch. Ist der Winter schlussendlich vorbei, muss für die Wiedereinsammlung gesorgt werden. So entstehen durch Transport, Ausbringung und Abtransport hohe Emissionen. Längst nicht die gesamte ausgebrachte Menge kann eingesammelt und recycelt werden. Studien belegen den hohen Energieaufwand beim Einsatz abstumpfender Mittel im kommunalen Winterdienst.[4] An dieser Stelle versagt „Der Blaue Engel“ als Zeichen für Umweltverträglichkeit.

Hofkirche in Dresden - Winterdienst überfordert

Hofkirche in Dresden – Winterdienst überfordert

Doch es gibt eine lohnende Alternative zu Sand und Splitt! Das ökologisch verträgliche Auftaugranulat von Viaform sorgt für einen effizienten Winterdienst. Es beinhaltet ebenfalls keine Salze, da es auf der Basis von Ameisensäure hergestellt wird. Damit ist es wasserverträglich, ungiftig und biologisch abbaubar. Durch die hohe Wirksamkeit genügt eine geringe Ausbringungsmenge. Die Folgekosten sind minimiert, da eben keine Wiedereinsammlung erforderlich ist. Trotz der Umweltfreundlichkeit dieses Auftaumittels würde es nicht den „Blauen Engel“ erhalten. Denn die Anforderungen an Streumittel für den Winterdienst sind folgendermaßen festgelegt: Sie müssen „frei von Auftaumitteln, […] organischen Bestandteilen (z.B. Harnstoff) […] [und] von weiteren umweltschädlichen Beimengungen“[5] sein. Dass das Granulat von Viaform als Auftaumittel nicht umweltschädlich ist, zählt dabei nicht. Hinzu kommt, dass die Benutzung des Zertifikats jährlich eine Gebühr bis zu 6.000 € verlangt. Nach vier Jahren muss der Hersteller sein Produkt erneut zur Prüfung vorlegen. Ein schonendes Produkt wie Viaform Liquid oder Viaform Granular kann auf eine so teure Marke getrost verzichten!

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