Splitt gilt als naheliegende salzfreie Alternative im Winterdienst. Seine Wirkung unterscheidet sich aber grundlegend von der eines Auftaumittels – und genau darin liegen auch seine praktischen Schwächen.
Splitt taut kein Eis – er sorgt nur für Traktion
Anders als Streusalz oder Formiat verändert Splitt den Gefrierpunkt von Wasser nicht. Er wirkt rein mechanisch, indem er Reibung auf glatter Fläche erzeugt. Eine gleichmäßige Verteilung ist dabei entscheidend: Zu dünn aufgetragen bleibt die Wirkung aus, zu dicht aufgetragenes Rollsplitt kann selbst zum Rutschrisiko werden – insbesondere für Zweiräder, die auf eine durchgehende Fahrbahnhaftung angewiesen sind.
Abgefahrener, verteilter Splitt verlängert außerdem den Bremsweg, da er die übertragbare Kraft zwischen Reifen und Fahrbahn reduziert.
Feinstaub und Aufwand nach dem Winter
Durch die ständige Reibung zwischen Reifen und Streugut entsteht Feinstaub. Nach der Frostperiode muss Splitt zudem wieder eingekehrt und fachgerecht entsorgt werden – ein Aufwand, der bei Auftaumitteln entfällt, da diese sich rückstandsfrei auflösen. Details zur Einkehrpflicht und den Entsorgungspflichten von Splitt erklärt unser Artikel „Ist Splitt eine umweltfreundliche Streusalzalternative?".
Nicht eingekehrte Reste werden bei Regen oder Schneeschmelze in Gewässer und angrenzende Böden gespült.
Warum Splitt trotzdem eingesetzt wird
Der Hauptgrund ist der niedrige Einkaufspreis. Rechnet man Aufwand für Verteilung, Wiedereinkehr und Entsorgung mit ein, relativiert sich dieser Vorteil allerdings – ein direkter Kostenvergleich mit Streusalz und Formiat findet sich in unserem Streugut-Vergleich.



