Splitt gilt vielen als die naheliegende "salzfreie" Lösung für den Winterdienst. Chemisch ist das richtig – Splitt enthält weder Salz noch Chlorid. Ökologisch und wirtschaftlich lohnt sich der genauere Blick trotzdem.
Splitt taut kein Eis – er verbessert nur die Griffigkeit
Anders als Streusalz oder Formiat senkt Splitt den Gefrierpunkt von Wasser nicht. Er ist ein abstumpfendes Streugut: Er sorgt für Reibung auf glatter Fläche, entfernt Eis und Schnee aber nicht. Sobald er von Fahrzeugen oder Fußgängern verdrängt wird, muss neu gestreut werden – ein Vorgang, der sich über die gesamte Frostperiode wiederholt.
Nach dem Winter beginnt die eigentliche Arbeit
Was viele unterschätzen: Splitt darf nach dem Winter nicht einfach liegen bleiben. Die Stadt Wien etwa verpflichtet Grundstückseigentümer ausdrücklich dazu, aufgebrachtes Streumittel wieder einzukehren, sobald es „nicht mehr für die Verkehrssicherheit notwendig" ist – und untersagt die Lagerung von salzbelastetem Schnee auf unversiegelten Flächen wie Rasen. Größere Splittmengen müssen bei befugten Entsorgungsunternehmen abgegeben werden, kleinere über kommunale Mistplätze. Kommt ein Grundstückseigentümer dieser Einkehrpflicht nicht nach, kann die Stadt selbst tätig werden und die Kosten in Rechnung stellen.
Formiat-basierte Auftaumittel funktionieren grundlegend anders: Sie wirken nicht als abstumpfendes Material, sondern tauen Eis und Schnee über die Absenkung des Gefrierpunkts auf. Für VIAFORM Granular und VIAFORM Liquid gibt der Hersteller Dosierempfehlungen als Richtwerte in g/m² an – bis unter −10 °C, abhängig von Temperatur, Eisdicke und Witterung.
Splitt und Formiat im direkten Vergleich
Ein vollständiger Vergleich aller gängigen Streumittel – Wirktemperatur, Materialverträglichkeit, Aufwand – findet sich in unserem Streugut-Vergleich. Die Chemie hinter der Formiat-Alternative erklärt der Artikel „Was ist Formiat?".
Quellen
- Stadt Wien: Wohin mit Streugut nach dem Schnee? (Einkehrpflicht, Lagerungsverbote, Entsorgung, Kostenersatz)



