Ist Streusalz gefährlich für das Grundwasser?
Aktualisiert am 07. Juli 2026

Ist Streusalz gefährlich für das Grundwasser?

Wussten Sie: Nur ein Teelöffel Streusalz verschmutzt 19 Liter Wasser – für immer

Wussten Sie: Nur ein Teelöffel Streusalz verschmutzt 19 Liter Wasser – für immer

Klingt erstmal komisch, ist aber so.

Jeden Winter werden in Deutschland 1,6 Millionen Tonnen Salz auf die Straßen gestreut. Im Jahr 2005 wurde allerdings ein Höchstwert von 3,5 Millionen Tonnen verstreut. – Das ist wahrscheinlich weit mehr als gebraucht wurde, um die Straßen sicher zu halten. Das Problem beginnt bei der Salzstreuung und setzt sich mit der Schneeschmelze weiter fort, wenn das Schmelzwasser mitsamt dem Tausalz in die Seen und Flüsse gelangt. Ist das Salz erst einmal in einem Gewässer, ist es fast unmöglich es wieder zu entfernen.

Die einzige Möglichkeit Salz-verschmutztes Wasser zu reinigen, ist die Umkehrosmose, die jedoch zu teuer ist, um sie in großem Maßstab einzusetzen. Deutsche Wasserwerke schlagen diesbezüglich bereits seit etlichen Jahren Alarm. Was für den menschlichen Komfort leidet, ist einmal mehr die Umwelt.

Das „giftige" Mineral

Chlorid – das Mineral im Salz, ist der eigentliche Wasserverschmutzer. Es ist nicht nur giftig für Fische, andere Wasserbewohner und Vögel, es schadet auch unseren Haustieren. Hunde können zum Beispiel von geschmolzenen Schneewasser trinken, womit Chlorid in ihren Körper gelangt. Darüber hinaus kann das Laufen auf Streusalz die Pfoten reizen, sodass die Ballen auf der Hundesohle aufspringen und Infektionen verursachen.

Das Abfließen von Tausalz in Seen und Bäche sowie das Vorhandensein von Salz auf Straßen und Bordsteinen hat Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Wildtieren. Amphibien können den Salzgehalt in ihrem Körper nicht regulieren und sind dadurch in ihrem Lebensraum sogar vom kläglichen Verenden bedroht.

Das Problem macht auch bei unseren Haustieren nicht Halt

Der Salzstreu findet seinen Weg auch in das Grundwasser. In Extremfällen kann die Verschmutzung durch Chlorid so weit gehen, dass das Trinkwasser einen salzigen Geschmack aufweist.

Nimmt die Erde zu viel Salz auf, so wirkt sich das ebenfalls auf die Vegetation aus.

Die Vegetation

Pflanzen, Bäume und Lebensräume an Straßen werden durch salzhaltiges Schmelzwasser beeinträchtigt. Salz, das durch Reifenspritzer von Straßen auf Pflanzen übertragen wird, kann die Blätter, Stämme und Wurzeln von Pflanzen und Bäumen regelrecht verbrennen. Im Frühjahr sind die Auswirkungen des Salzabflusses durch absterbende Knospen, bräunende Blätter und das Absterben von Ästen am deutlichsten zu erkennen. Grünflächen sterben aus und hinterlassen salzige Wasserablagerungen. Das passiert jedes Jahr, ohne Ausnahme.

Infrastruktur

Natriumchlorid ist extrem korrosiv. Das Vorhandensein von Salz im Wasser erhöht die Leitfähigkeit des Wassers, wodurch sich die Konzentration der Ionen und die Oxidationsrate des Metalls, mit dem das Wasser in Berührung kommt, erhöht. Sie sehen dies an der Unterseite Ihres Autos, wenn Salz, vermischt mit Schneematsch und Schmelzwasser, das Metall des Unterbodens Ihres Fahrzeugs anfrisst.

Diese korrosive Aktivität geht jedoch weit über Schäden an Ihrem Auto hinaus. Die Armierungseisen in Straßen, Brücken und sogar die Stahlstützen von Gebäuden werden durch die zunehmende Menge an Salz angegriffen. Es ist ein langsamer Prozess, der im Laufe der Zeit stattfindet und zur Zerstörung unserer Straßen, Brücken und Gebäude führt.

Wie hoch diese Folgekosten pro Tonne Streusalz ausfallen können, zeigen unabhängige US-Studien: Eine Untersuchung von Fortin Consulting aus dem Jahr 2014 beziffert die Infrastrukturschäden auf 800 bis 3.300 US-Dollar pro Tonne, eine Auswertung von Roads & Bridges aus dem Jahr 2018 kam auf rund 1.800 US-Dollar pro Tonne. Die Größenordnung lässt sich wegen unterschiedlicher Klima-, Infrastruktur- und Streumengen nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen – sie zeigt aber, dass die reinen Materialkosten von Streusalz nur einen Bruchteil der tatsächlichen Gesamtkosten ausmachen. Mehr dazu im Artikel „Warum umweltschonende Streugüter wichtig sind".

Alternative zu Streusalz

Da die Auswirkungen der übermäßigen Verwendung von Streusalz auf das Wasser, die Gesundheit von Pflanzen und die Schädigung von Tieren immer mehr in den Vordergrund rücken, wurden alternative Antieis- und Enteisungsmaterialien erforscht.

Eine dieser Alternativen ist Formiat – das Natrium- bzw. Kaliumsalz der Ameisensäure, das kein Natriumchlorid enthält. VIAFORM Granular (Natriumformiat) und VIAFORM Liquid (Kaliumformiat in wässriger Lösung) tragen das Nordic Swan Ecolabel (Lizenz 5063 0001) und sind leicht biologisch abbaubar nach den Anforderungen für Nordic-Swan-Enteisungsmittel. Die Kriterien sehen außerdem u. a. Anforderungen an die Ökotoxizität für Algen, Daphnien, Fische und Bakterien, einen begrenzten chemischen Sauerstoffbedarf, Grenzwerte für Gesamtchlor und Schwermetalle sowie eine Korrosionsprüfung auf Aluminium und Kohlenstoffstahl vor; die Enteisungswirkung muss experimentell nachgewiesen sein. Laut Sicherheitsdatenblatt sind beide Produkte nicht als gefährlich eingestuft (CLP); VIAFORM Liquid ist der Wassergefährdungsklasse 1 zugeordnet. Die Materialverträglichkeit hat der Hersteller nach SAE AMS 1435B und 1431C getestet; ausgenommen ist verzinkter Stahl – direkten Kontakt vermeiden.

Der Nachteil liegt darin, dass Formiat etwas teurer ist als herkömmliches Streusalz. Wie viel Auftaumittel nötig ist, hängt von Temperatur, Eisdicke und Witterung ab; der Hersteller gibt dafür Richtwerte an (VIAFORM Granular ca. 5–50 g/m², VIAFORM Liquid ca. 10–60 g/m²). Dafür erhalten Sie mit VIAFORM Granular und VIAFORM Liquid umweltfreundliche Auftaumittel mit Nordic Swan Ecolabel (Lizenz 5063 0001).

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Ob Sie sich in der Planung zum differenzierten Winterdienst befinden und eine Alternative zu Streusalz suchen oder direkt unser Formiat kaufen wollen – wir beraten Sie gerne individuell. Unser Streumittelvergleich hilft Ihnen zusätzlich, bevor Sie einfach irgendein Auftausalz kaufen, denn jede Stadt und Kommune hat andere Regelungen zum Streumitteleinsatz.